WIR WARTEN AUF DAS GRIMM-JAHR 2013
AUSZUG AUS DEM HÖRSPIEL „DER GOLDENE VOGEL“
nach „Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“, Nr. 57, Band 1, 1. Auflage, Berlin: 1812. (03:16 Minuten, 7,4 MB)
Erzähler: Sonja Dengler, Fuchs: Julian Greis, König: Adrian Maria Wenck, Sohn 1 und 2: Philipp Weggler, Sohn 3: Sebastian Brummer
DER GOLDENE VOGEL
Die Brüder Grimm sammelten zu Beginn des 19. Jahrhunderts eifrig Märchen. Mit Übersetzungen in 160 Sprachen gehört ihre am 20. Dezember 1812 erschienene Publikation „Kinder- und Hausmärchen“ heute zu den bekanntesten Büchern der deutschen Kulturgeschichte. „Frau Holle“, „Aschenputtel“ oder „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ kennen wir vermutlich alle – doch was ist eigentlich über „Der goldene Vogel“ bekannt? dieKulturtante hat sich auf die Suche gemacht!
Ein Märchen von Christoph Wilhelm Günther als Vorlage
„Aus Hessen", heißt es in dem Anmerkungsband der ersten Auflage von 1812 der „Kinder und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Der Legende nach soll das Märchen Wilhelm Grimm im Jahre 1810 von einer alten Frau im Marburger Elisabeth-Hospital gehört haben. Es stammt vermutlich aber aus Christoph Wilhelm Günthers (1755-1826) Sammlung „Kindermährchen“ aus dem Jahre 1787. Bis auf den Schluss ähnelt „Der goldene Vogel“ motivisch stark dem Märchen „Der treue Fuchs“ des Weimarer Hofpredigers Christoph Wilhelm Günther (1755-1826). Die Brüder Grimm besaßen ein Exemplar der seltenen Sammlung Christoph Wilhelm Günthers. Für die zweite Ausgabe von 1819 arbeiteten sie einige Merkmale aus einer Erzählung ihrer berühmten Märchenfrau Dorothea Viehmann ein.
Die Wurzeln reichen bis ins 14. Jahrhundert
Die Wurzeln von „Der goldene Vogel“ reichen aber noch viel weiter zurück in die Vergangenheit – bis ins 14. Jahrhundert. Hierzu zählt ein Predigtexempel von Johannes Gobi Junior aus dem frühen 14. Jahrhundert. Den Brüdern Grimm selbst galt das Märchen als Überbleibsel eines „urdeutschen Mythus“: „Die Sage von der güldnen Feder, die der Vogel fallen lässt, und weshalb der König in alle Welt aussendet, ist keine andere, als die vom König Mark im Tristan, dem der Vogel das goldne Haar der Königstochter bringt, nach welcher er nun eine Sehnsucht empfindet.“, so heißt es in der Vorrede zum zweiten Band von 1815.
Weitere Märchen für Schwärmer von "Der goldene Vogel":
„Das Wasser des Lebens“ Nr. 97
„Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ Nr. 29
„Ferenand getrü un Ferenand ungetrü“ Nr. 126
„Die drei Federn“ Nr. 63
Das nächste Hörspiel der Reihe „Wir warten auf das Grimm-Jahr 2013“ folgt am 20. Juni 2012.